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Mehr Tiefe, mehr Substanz und mehr Biss im Wein

Interview mit Matthias Mangold f├╝r den Vinum Wineguide 2019

Wie lief bei Ihnen die Generationen├╝bergabe, Frau Libelli?

Ja, so langsam l├Ąuft es im ruhigen Stil. (lacht)
Was man immer als Erstes machen darf, was f├╝r die Eltern wohl am einfachsten ist, ist der Au├čenauftritt, Etiketten, das Logo ÔÇŽ Das tut vielleicht noch nicht so weh wie alles andere. Dann haben wir nach und nach investiert, haben eine zweite Presse angeschafft, arbeiten mit einem F├Ârderband und gehen insgesamt sehr schonend vor. Wir lesen wesentlich mehr mit der Hand als zuvor, lesen auch in Boxen, aber bei uns als kleinem Familienbetrieb muss das auch alles effizient sein, wir haben ja keinen gro├čen Mitarbeiterstab.

Gehen Sie auch bei der Verarbeitung grunds├Ątzlich anders vor?

Zeit spielt eine wesentliche Rolle. Wir geben den Weinen mehr Zeit, sich zu entwickeln. Unsere Eltern fuhren immer sehr viel aus zu Privatkunden quer durch Deutschland. Aufgrund der Arbeitsspitzen im Herbst und dem anschlie├čenden Weihnachtsgesch├Ąft wurden die Weine fr├╝her m├Âglichst rasch abgef├╝llt. Das ist nun nicht mehr so, wir m├╝ssen nicht schon an Weihnachten alles filtriert haben, damit im Keller nichts anbrennt.

Sie punkten ganz klar mit den Rieslingen.
Welche weiteren St├Ąrken haben Sie?

Ein Kundenliebling ist Auxerrois, daf├╝r haben wir ein bisschen einen Namen in der Gegend. Sauvignon Blanc steht gleichfalls hoch im Kurs, und seit ein, zwei Jahren haben wir bei ein paar H├Ąndlern mit den Ros├ęs einen echten Erfolg gelandet, was wir gar nicht erwartet hatten. Das sind so zwei fruchtige, duftige Typen.

Wie w├╝rden Sie Ihren Riesling-Stil beschreiben?

Ich denke, wir sind dabei, einen etwas individuelleren Stil zu finden als bei unseren Eltern, die sehr sauber und geradlinig gearbeitet haben.
Mein Vater mag es, wenn es duftet, er war immer prim├Ąrfruchtiger orientiert als wir. Wir versuchen hingegen, mehr Tiefe in den Wein zu bekommen, mehr Substanz. Wir wollen den Riesling trockener, als er ihn gemacht hat. Mehr Biss hineinbringen.

Ihre Weine strahlen eine gro├če Ruhe aus. Woher kommt das?

Wir haben in der Vergangenheit auch mal mit der Maischestandzeit experimentiert, aber inzwischen geht es mehr in Richtung langes
Fein- oder Vollhefelager, auch mal aufr├╝hren, wenn wir das Gef├╝hl haben, da kann man noch was herauskitzeln.

An wem orientieren Sie sich, wer sind Ihre geschmacklichen Vorbilder?

Wir sind an der Mittelhaardt, und da gibt es nat├╝rlich einige Helden, zu denen man aufschaut, auch wenn das eine gro├če Spanne ist.
Ich bin vielleicht etwas voreingenommen, wenn ich sage, dass mir die Weine von B├╝rklin-Wolf gut gefallen. Aber das haben sie schon, bevor ich meinen Mann geheiratet habe, der dort Kellermeister ist. Wir m├Âgen einfach den klassischen Stil.

Seit 2011 teilen sich Yvonne Libelli und ihr Bruder Martin Lucas die
Verantwortung auf dem Familienweingut Margarethenhof.

Das Lagenpotenzial enth├Ąlt so imposante Namen wie Forster Ungeheuer
oder Pechstein. In diesem Jahr stellten die Geschwister ihre Kollektion
zum ersten Mal offiziell bei uns an. Besonders die Rieslinge verbl├╝fften durch ihre Ruhe, Tiefe und Vielschichtigkeit.

Vinum Entdeckung des Jahres 2019

Bewertung Vinum Wineguide 2019

Zum ersten Mal beteiligt und gleich ausgezeichnet! Wir haben dieses Jahr zum ersten Mal unsere Weine bei den Verkostungen zum Vinum Winguide eingereicht und wurden aus dem Stand weg mit 2 Sternen bewertet und au├čerdem zur Entdeckung des Jahres gek├╝rt!

„Yvonne Libelli und Martin Lucas schie├čen mit ihrer aktuellen Kollektion den Vogel ab. Was sie uns hier an Rieslingen vorsetzen, ist bei Weitem das Beste, was wir je von Ihnen im Glas gehabt haben… Wir sind jedenfalls von dem, was wir hier probieren konnten, derma├čen angetan, dass das Geschwisterpaar f├╝r uns die Entdeckung des Jahres markiert.
Herzlichen Gl├╝ckwunsch dazu – und wir freuen uns sehr, den weiteren Weg mitzuverfolgen.“
Vinum Wineguide 2019